MARTINSKIRCHE BASEL
«piano solo summit»

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Die musikalische Tradition seiner Heimat Martinique nährt im musikalischen Stammbaum des 1984 geborenen Pianisten Grégory Privat große Äste. Der früheste musikalische Einfluss auf ihn war sein Vater, ein Pianist. Nach zehn Jahren klassischer Ausbildung begann Privat zu komponieren und zu improvisieren: der Jazz wurde nun seine musikalische Heimat. Die nächste Station war die harte Schule der Sessions und Gigs in den Jazzclubs von Toulouse, wohin Privat eigentlich wegen eines Ingenieursstudiums übersiedelt war. Derart gerüstet ging er nach Paris, um sich in der vitalen, stiloffenen Jazzszene der Stadt einen Namen zu machen. Bald spielte er mit den namhaftesten aus Guadeloupe stammenden Kollegen wie Saxofonist Jacques Schwarz-Bart, dem Trompeter und Miles-Davis-Schüler Franck Nicolas und dem Gwoka-Master, Perkussionisten und Schlagzeuger Sonny Troupé, der zum Weggefährten und Freund werden sollte. Privat arbeitete aber auch mit Größen der europäischen Szene wie Stéphane Belmondo, Remi Vignolo oder dem aktuell mit seinem eigenwilligen Jazzrock durchstartenden Guillaume Perret. Seit längerem ist Privat auch Mitglied im Liberetto-Ensemble  des Weltklassebassisten Lars Danielsson.  «Alle Elemente der karibischen Musik stecken in mir, sie übertragen sich intuitiv und natürlich in meine Musik. Aber ich versuche immer, auch anderswohin zu gehen, jeden Tag verschiedene Stile zu entdecken. Andere Musiker aus anderen Kulturen zu treffen ist ein großes Privileg».  


Jason Moran schloss 1993 sein Musikstudium an der High School for the Performing and Visual Arts in Houston (Texas) ab. Vorbilder Morans sind Thelonious Monk, Andrew Hill und Don Pullen. Er spielte längere Zeit in der Band von Greg Osby und Charles Lloyd Klavier. In den Jahren 2003 und 2004 erhielt Moran in der Kritikerumfrage des amerikanischen Jazzmagazins Down Beat die Auszeichnung „Bester Nachwuchskünstler“ in gleich drei Kategorien. Seit dem Album Facing Left hat er mit Taurus Mateen (Bass) und Nasheet Waits (Schlagzeug), mit denen er schon auf dem kurz zuvor erschienenen Blue Note Allstar-Projekt New Directions gespielt hatte, eine Stammbegleitformation mit dem Namen The Bandwagon.
Zur Beschreibung dieses Mannes müssen ein paar Superlative ran: Jason Moran zählt zu den aufregendsten, experimentierfreudigsten, stilistisch offensten und inspirierendsten Pianisten, die der zeitgenössische Jazz derzeit zu bieten hat. Der in New York lebende Musiker aus Texas gehört schon lange zu den Lieblingsgästen in der Elbphilharmonie Hamburg. Jason Moran wird weltweit nicht nur für seine singuläre pianistische Kunst gefeiert, sondern zunehmend auch als Komponist, zuletzt immer häufiger auch für Ballett und Tanztheater. Wenn der Großmeister der Improvisation allein am Klavier seine Ideen und sein immenses Können sprudeln lässt, ist er gewissermaßen in seinem Kerngeschäft zu erleben. Da lässt Moran spielend die wesentlichen Traditionslinien des Jazz aufeinander los – vom Blues über Harlem Stride, Swing, Bop und Free. Und weil ihm die Gegenwart der Black Culture genauso am Herzen liegt wie deren Vergangenheit, reflektiert er auf seine unverwechselbare Art auch Hip Hop.